Samstag, 2. Februar 2013

Der Frauenflüsterer


Als ich so 12 oder 13 Jahre alt war, der Vietnam-Krieg hatte grade sein unrühmliches Ende genommen, die ausserparlamentarische Oppsition ebbte ein wenig ab, da fragte ich meine Mutter, ob sie denn nicht auch mal arbeiten gehen wolle.
"Bist du weich?" entgegnete sie sinngemäss, "der Alte schleppt 8 Riesen jeden Monat nach Hause, da geh ich doch nirgendwo ins Büro als Tippse oder sowas."
Damals, wir befinden uns Mitte der 70er, hatten nämlich Frauen normalerweise keine besonders gute Ausbildung, der Anteil weiblicher Studierender war eher gering und die meisten fanden da auch gar nichts dabei. Sie erzogen die Kinder, machten den Haushalt und guckten Lou van Burg oder Rudi Carrell. Fertig.
Doch schon bei der nachfolgenden, also meiner Generation, sah das ganz anders aus. Sie brachen die alten Strukturen auf, fortan wurde studiert, was das Zeug hielt, sie eroberten Männerberufe und wurden Gleichstellungsbeauftragte, wenn sie für sonst nichts zu gebrauchen waren.
Alles chico.
Diverse Gesetze wurden geändert und spätestens mit der Einführung der Innovation des Herrn Gates übernahmen die Frauen das Ruder. Sie verdienten Geld, wurden unabhängig und machten davon reichlich Gebrauch.
Leider schafften sie es nicht, Mißstände wie etwa Ungleichbezahlung aufzuheben, weil sich plötzlich herausstellte, dass die Frauen in Führungspositionen nach den gleichen betriebswirtschaftlichen Kriterien handelten und die Egalisierung der Gehälter nicht nur nicht zuliessen, sondern dem aktiv im Wege standen. Sie hatten ja ausgesorgt..
Es sollte sich übrigens auch zeigen, dass die so vehement von allen, vor allem Arbeitspsychologinnen, geforderten Soft-Skills wie Kommunikationsfähigkeit, grad bei den aufstrebenden Jungmanagerinnen eher mickrig ausgebildet waren, ganz im Gegenteil zum öffentlichen Bild, das sie gerne vermitteln wollten.
In sauberer Allianz mit den Männern, die ihre Pfründe verteidigen wollten, setzten sich ein paar von ihnen durch.

Gleichzeitig hielt sich immer eine Schar Verliererinnen für besonders schlau und forderten und forderten, wohlwissend, dass ihre Zustandsbeschreibung eher einem paranoiden Weltbild gleicht, denn den tatsächlichen Gegebenheiten.

So kommt es, dass z.B., wie grad bei Hijack passiert, seltenst dämliche Schriftstücke an Studentinnen verschickt werden, in denen frau sich nicht zu schade zeigt, sich zur Deppin zu machen.
Wer sich diskriminiert fühlt, weil ein Mann, dem ich in den meisten Fällen mal die stärkere Physis zurechnen würde, anbietet, schwere Gegenstände zu tragen, ist der noch zu helfen?
Wie alt sind die? 3? Wo ein Kind sagt, man solle es ruhig lassen, das sei nicht zu schwer?

"Typisch Frau" wird wohl, genau wie "typisch Mann" und "typisch enter whatever" des öfteren fallen, wenn es darum geht, Klischees zu bemühen, weil die angemessene Argumentation grad fehlt.

Da kommt dann noch so allerlei Kappes, das übliche Gewäsch halt, aber auf eine Sache möchte ich noch eingehen:
Die Nichtberücksichtigung von Frauen bei der Besetzung von Positionen.
Da ich eine ganz andere personalpolitische Schiene fahre, schildere ich das mal aus meiner Sicht:
Mir ist das dezent egal, ob ich eine Frau oder einen Mann einstelle, nur weil die Frau ja schwanger werden könnte. Der Mann kann besoffen ins Hafenbecken fallen oder sich ansteckende Krankheiten holen oder wasweissichwas. Des is a Schmarrn.
Das Problem liegt an der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung des Firma...und da sitzen nicht selten Frauen an den entsprechenden Hebeln. Oder halt Männer, die plumpe Zahlenspielereien tatsächlich sinnvoller Personalpolitik vorziehen.

Sollten die Frauen weiterhin deratig psychotisch-neurotische Utopien einfordern, wird sich nichts ändern.
Änderung bringen immer nur Taten, keine Pamphlete.
Ein Hoch auf das erste Mädchen, das sich traute, Elektronikerin zu werden oder Malerin oderoderoder.
Aber die sind euch ja eh egal, weil ihr euch für die Elite haltet und darauf besteht, die Posten, die am meisten abwerfen, besetzen zu dürfen.
Scheiss doch auf die dummen Weiber, die kein Soziologie-, Psychologie, BWL- und VWL- oder Kommunikationsstudium haben.

Daran krankt die Gleichberechtigung, nicht an den Männern.
Die versuchen nur, sich mit dem Rücken zur  Wand gegen Hyänen zu verteidigen, auf dass sie nicht gänzlich untergehen.




11 Kommentare:

  1. Meine Großmutter war die erste Glasergesellin Hamburgs, weil ihr Vater im Krieg gefallen war. Sie wäre lieber Sängerin geworden.

    Wenn ich nicht müsste, dann würde ich auch nicht arbeiten gehen. Ich würde viel lieber meine Brut aufziehen und ich hätte noch mindestens zwei weitere Kinder... weil ich nämlich biologisch in der Lage bin, Kinder zu bekommen. ;)

    @weil ihr euch für die Elite haltet: ich denke, das ist das eigentliche Problem. Seit Jahrzehnten werden wir (Mädchen und Frauen) begöschert und gefördert.
    Vielleicht sollte man mal wirklich mit der Gleichberechtigung anfangen. Das würde aber bedeuten, den Jungen und Männern die gleichen Rechte einzuräumen. Das will aber keine...

    Ich möchte, dass mir schwere Sachen abgenommen werden. Ich freue mich weiterhin über Komplimente. Ich bin froh, dass mein Mann mich immer abholt, wenn ich abends unterwegs bin, weil er groß und stark ist.

    Kampf den Hyänen!

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  2. Sorry, aber so langsam gehst du mir zu steil zu dem Thema.

    Und du formulierst deine Vorwürfe meiner Meinung nach zu pauschal, wodurch nun sogar ich mich von dir angepiekst fühle, da ich in die Kategorie "Frau mit Studium, die viel Geld in einer Spitzenposition verdienen möchte" falle. Bin ich jetzt auch eine böse Frau, weil ich nach der Berufsausbildung nicht stehengeblieben bin? Dem Gedankengang kann ich nicht folgen.

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    1. Ich muss gestehen, dass ich das gar nicht als Vorwurf an studierende Frauen im Allgemeinen aufgefasst habe. *kopfkratz* Aber ggf. mag der Cowboy das nochmal erläutern.

      @Cowboy: Deine personalpolitische Einstellung in allen Ehren, aber mir deucht, dass die nicht die Regel ist. Aus diversesten Ecken kriege ich einerseits mit, wie schwer es kinderlose Frauen haben, einen Job zu kriegen, weil die potentiellen Arbeitgeber fürchten, dass - kaum, da der unbefristete Vertrag steht - die Familienplanung in Angriff genommen wird.
      Ebenso höre ich die andere Seite, z.B. besagten Schulleiter, der langsam das kalte Reihern kriegt.

      Wenn Du Frauen bei der Einstellung nicht benachteiligst - hey, cool. Aber ich glaube nicht, dass diese Einstellung weit verbreitet ist in den Chefetagen.

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    2. ich glaube auch nicht, daß er es so gemeint, aber für meinen Geschmack so geschrieben hat, weswegen ich mich skeptisch zu Wort gemeldet habe (,obwohl ich es langsam leid bin, zu dem Thema noch irgendwas zu lesen geschweige denn zu kommentieren).

      Aber hey, ich bin vielleicht auch nur mit 'nem falschen, empfindlichen Fuß heute aufgestanden. Mag sein...

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    3. Mein Kommi sollte Dich auch nicht angreifen. Nicht, dass das falsch rüberkam. oO

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    4. Falsch rüberkam? o.O Häh? wie jetzt? Waaaaargh! Also nein, ich fühlte mich von dir nicht angegriffen.

      "Aber hey, ich bin vielleicht auch nur mit 'nem falschen, empfindlichen Fuß heute aufgestanden. Mag sein... " <-- Mist, daß man meinen zurückrudernden Tonfall nicht lesen kann. ^^ Diese vermameldeite Technik aber auch. ^^

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  3. HALT!

    Ich bin ja eine JungsMami... deshalb auch gern ein bißchen angepisst, dass Mädchen ohne Probleme die Empfehlung für die gymnasiale Schulbildung bekommen, Jungs sich aber - mittlerweile - voll reinhängen müssen. Und das "nur", weil sie anders sind.
    Im Abstand von 10 - in Worten ZEHN - Jahren erlebe ich das mit meinem zweiten Sohn....
    Was mich so richtig auf die Palme bringt ist, dass die MädchenFörderung selbstverständlich geworden ist, aber die Jungs links liegen gelassen werden. Die müssen das von alleine schaffen, weil sie mit einem Schniepel geboren wurden.
    Das fing irgendwann in den 70er Jahren an und währt nun über 40 Jahre...
    Tolle Chancen für Frauen*, aber immer weniger für Jungs.
    (ich hab mal das Sternchen benutzt... höhöhö)
    So leid es mir tut, ich bin voll dafür, dass Jungen und Mädchen wieder getrennt unterrichtet weden, damit auch Jungs wieder eine Chance bekommen.
    Meine Jungs sind 9 und 19 Jahre alt und ich kann mich erinnern, dass meine Eltern mit Eltern von Jungs schon solche Diskussionen geführt haben.
    grrrr... ich könnte Seiten füllen... ich schicke Euch gern Erfahrungsberichte per Mail ;)
    Daher mein Einschub zur "Elite".... ich habe auch studiert, um Geld zu verdienen... am Ende ist mir das nicht so gelungen, aber das ist mein Problem :)

    Es ist absolut in Ordnung, dass Mädchen alles machen dürfen/können, was Männern vorbehalten war, aber Jungs müssen das dann auch dürfen/können, oder?

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    1. Wo HALT, wie HALT? *umguck* Meinst du mich?

      "Es ist absolut in Ordnung, dass Mädchen alles machen dürfen/können, was Männern vorbehalten war, aber Jungs müssen das dann auch dürfen/können, oder?" Ich sag doch gar nix dagegen - also falls du mich meinst. o.O Mein Kommentar bezog sich nicht auf deinen Kommentar, der meines Erachtens ein ganz anderes, ebenfalls wichtiges Thema anschneidet, sondern auf ein paar Formulierungen im Post.

      Und eigentlich wollte ich mit meinem Kommentar auch nur darauf aufmerksam machen, daß man mit Pauschaläußerungen auch in der entgegengesetzten Richtung vorsichtig sein sollte [in dem Fall fühlte ich mich auch angesprochen, obwohl in meinen bisherigen Äußerungen mein Standpunkt zu dem Thema klargeworden sein sollte, weswegen ich es zur Sprache brachte, um zur Vorsicht zu mahnen]. Das ging wohl voll nach hinten los. :-/ Meimeimei, warum passiert es immer wieder mir, daß mir Aussagen völlig falsch ausgelegt werden, obwohl ich mich selbst in meiner Kritik um einen sachlichen Tonfall bemühe?

      Ab jetzt halte ich die Klappe zu dem Thema. Regt euch ruhig weiter auf, laßt die anderen sich weiter aufregen und alle sind happy(?). Ich lese währenddessen Krieg und Frieden, mache mir meine Gedanken über den Weltfrieden und backe Bananenmuffins.

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    2. hmmm... ist wohl falsch bei mir angekommen... ich hatte anscheinend auch das falsche Bein zuerst aus dem Bettchen...
      Ich möchte auch ein Muffin, bitte *liebguck*

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    3. *bananenmuffin rüberschieb* :)

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  4. Na Mädels, habt ihr euch ausgetobt? Also, nundenn: Erstens bin ich ja dafür bekannt, die Dinge auch mal überspitzt zu formulieren und zweitens richtete sich die Anrede "ihr" nicht gegen Frauen ansich, sondern DIE FEMINISTINNEN.
    Frauen sollen studieren, sie sollen Spitzenpositionen einnehmen, sollen vor allem einen anderen Führungsstil praktizieren und Belange von Frauen bei der Arbeitsgestaltung stärker berücksichtigen. Passiert das? Kaum - und da setzt meine Kritik an.
    Dass ich etwas anders unterwegs bin, sollte mittlerweile selbst in der hintersten Ecke angekommen sein. Nur, wo sind denn all die Frauen im Management, die einst so vehement die Rechte der Frauen gestärkt wissen wollten?
    Ich sag´s euch: Sie sind da angekommen, wo sie hinwollten...und haben darüber ihre ursprüngliche Klientel "vergessen".
    Es ist doch völlig wurscht, ob ich ne Frau oder nen Mann einstelle, das Risiko ist letztendlich immer das gleiche, wie ich schon sagte, ´ne Frau kann schwanger werden, ein Mann kann Krebs kriegen oder weiss der Geier was.
    Ich prangere diese komplett kurzsichtige Denkweise an und wenn ich dabei zu pauschal rüberkomme, könnte es vielleicht daran liegen, dass, wo man auch hinschaut, der gleiche Mist praktiziert wird.
    Letztens habe ich mal ein paar Prozentzahlen genannt, die deutlich machen, dass mein Weg ganz hervorragend funktioniert.
    Ich zahle überdurchschnittlich gut und vor allem leistungsorientiert, dabei mache ich keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, weiss, schwarz oder grün. Die Leute honorieren das, sind motiviert, machen wenig krank und die Fluktuation tendiert gegen null.
    Ich setze im Prinzip das um, was früher ständig und ganz besonders von Feministinnen gefordert wurde.
    Bei mir gilt aber auch: Gleiche Rechte, gleiche Pflichten und da hakt´s gewaltig bei den "Damen". Sie wollen nicht nur mehr Rechte, sondern auch nichtmal Pflichten übernehmen.

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