1985, ich befand mich im 22.Lebensjahr, residierte in einer Bruchbude im vornehmen Hamburg-Barmbek und arbeitete als Einzelhandelskaufmann beim ehemals grössten europäischen Kaufhauskonzern, malte, tapezierte sowie verbockte schwarz und nebenher so allerlei handwerklichen Mist, um mir jenen feudalen Lebensstil in schon erwähnter höhlenartiger Behausung, ein schnelles Auto und eine etwas langsamere, wenngleich anspruchsvolle Freundin leisten zu können, da begab es sich, dass ein intellektuell leicht unterbemittelter Bursche das berühmteste Tennisturnier der Welt gewann. 17 war der Lauser, konnte kaum seinen Namen relativ fehlerfrei aussprechen, geschweige denn schreiben und ich dachte so bei mir: Wie bekloppt bist du eigentlich, dass du, also ich, dir hier für 1800 Deutschmärker den Allerwertesten aufreisst bei minimum 50 Wochenstunden, das Inoffizielle weder zeitlich, noch pekuniär eingerechnet?
Der Bengel stöhnt und brabbelt da auf dem mehr oder weniger heiligen Rasen in London herum und kassiert in zwei Wochen mehr als du in 50 Jahren, Inflation nicht berücksichtigt.
Und so beschloss ich, mit den mir zur Verfügung stehenden sportlichen Mitteln fortan meinen Lebensunterhalt zu verdienen und da der Prophet, als den ich mich ja schon immer gerne sah, im eigenen Lande eh nichts gilt, bewegte ich meinen Luxuskörper samt gut gefülltem Rucksack in Richtung Australien, was bei den dort Einheimischen auf eher maue Gegenliebe stiess. Sie liessen mich das voll spüren und verweigerten mir aus heute nicht mehr nachzuvollziehenden Gründen eine Profiboxer-Lizenz, die feigen Säcke, die.
So fristete ich ein eher nicht so erquickliches Leben als Surflehrer, bekam von den weiblichen Schülern reichlich Trinkgeld und allerlei merkwürdige Krankheiten geschenkt und beschloss nach einem halben Jahr, Bumerangs und Kängurus sich selbst zu überlassen.
Zurück in deutschen Landen, mental am Ende, meldete ich mich zum Studium diverser Disziplinen an.
Und deshalb ist das Bobele schuld, dass ich heut so schlau bin.
Danke Boris.
Kannse ma sehn. Hat Bobbele doch was Gutes bewirkt in seinem Leben. xD
AntwortenLöschenOb das soooo gut war...ichweissjanichichweissjanich...aber mal abgesehn von mir hat der schon einiges geleistet. Hut ab vor der sportlichen Leistung...also auffem Tennisplatz gezz.
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AntwortenLöschenIn Barmbek 1985... meine Mutter nannte es immer Barmbekbasch.
Ich weiß gar nicht, was das heißen soll - war aber wohl abwertend gemeint....
Heute ist es recht chic in Barmbek zu wohnen.
Da war ich übrigens auch süße 17 und konnte meinen Namen korrekt und fehlerfrei aussprechen.
Ich fand den Knaben Boris so unbeschreiblich häßlich und blöd.
Zu meinen wilden Zeiten fand er sich manchmal im selben Lokal ein. Beeindruckt war ich von seiner Körperlänge und dem scheußlichen Schal, den er sich umzubinden pflegte...
Barmbekbasch bezieht sich auf die recht derbe Sprache der ursprünglichen Barmbeker Bevölkerung...Arbeiter halt.
AntwortenLöschenIn Barmbek muss man stark unterscheiden: Nord = eher nicht so begehrte Wohngegend, Süd = Mittelklasse und Yuppies (Uhlenhorst z.B.) und Barmbek Center = alteingesessene Mieterschaft um dn Bahnhof herum und Richtung Ohlsdorf.
Datt Bobele musste ich später oftmals bei Promi-Veranstaltungen jeglicher Coleur ertragen.
Bin übrigens fast genau so gross, aber deutlich weniger hässlich, blöd und trage auch keine Schals.^^
ich glaub, ich mach Dir mal ein Fotos. Hat sich ein wenig verändert in Barmbek ;)
LöschenSüd ist natürlich immer noch schön, aber Nord und gerade die Gegend um den Bahnhof entwickeln sich.
Der Herr Becker trägt jetzt auch keine Schals mehr, oder? Naja, aber er bleibt häßlich...
..."entwickeln sich" - wohin? Positiv oder negativ? Ich frage, weil ich immer wieder erschrocken bin darüber, wie bzw wohin sich Langenhorn entwickelt. ;-/
LöschenFotos sind nicht nötig...Andrea wohnt da. Die zumindest teilweise Gentrifizierung macht ja quasi vor keinem alten Stadtteil mehr Halt, siehe St.Georg, Mottenburg etc., aber ich finds Barmbek, vor allem die Fuhle rauf, noch recht urwüchsig.
LöschenStadtentwicklung ist ja eh so ein Reizthema, auf der einen Seite verlieren ganze Stadtteile ihr Flair, andererseits will jede Bumsbirne ein Marmorbad.
ich finde aber, dass es gerade in Barmbek -bisher- ganz gut klappt, mit dem Gemisch aus Backstein und alten kleinen Stadthäusern und bunt bleibt es trotzdem. Um die Fleete herum haben sie hübsch gebaut, ohne dass man denkt: "noch ein Aquarium...".
LöschenIch bin gern auf dem Flohmarkt am Museum der Arbeit und die Umbauten am Bahnhof gefallen mir auch ganz gut. Besser als in Wandsbek.
Ich war schon ewig nicht mehr in Langenhorn... Was passiert denn da?
zu HH und der dortigen wohn- bzw. stadtteilqualität kann ich nix sagen...
AntwortenLöschenzu boris schon eher...ich war zum zeitpunkt seines triumphes erst 4 kann aber (mehr mutmaßen, als mich erinnern) selbigen live am fernsehr miterlebt zu haben, da oppa argh ein großer freund der gepflegten tennisübertragung war. jedenfalls war er da schon hässlich wie die nacht...blöd gleichermaßen und auch lang. ob er damals schon nen schal getragen hat war mir mit 4 relativ wurst - ABER da heute zu hässlich, blöd und lang auch noch das attribut fett kommt sollte er sich vielleicht darauf verlegen sich den schal um den kopp zu wickeln. das erspart den anblick und das blöde gesafte, welches dann zumindest nur noch stark gedämpft an das ohr der umstehenden gelangen kann...
Jepp, kann ich so unterstreichen. Bei allen Verdiensten ums Volk, hätte er sich doch zuallererst mal ein wenig bilden sollen, bevor er ungefiltert aufs Zuschauerle losgelassen wird/wurde.
LöschenIn HH isses wie in allen Großstädten: Wird ne Whg frei, wirdse luxussaniert und mit ordentlichem Aufschlag neuvermietet...was sich halt bald kein Normalsterblicher mehr leisten kann.