Donnerstag, 31. Januar 2013

Flieger, grüss mir die Sonne

Zu den Hauptaufgaben meiner Sekretärin gehört, mal vom Posten bunter Bildchen mit grenzwertigem Humorkontent auf FB abgesehen, mir das vermaledeite Leben so angenehm wie möglich zu gestalten und  mich überfordernde Aufgaben abzunehmen.
Dazu zählt auch das Buchen von Flügen - jedenfalls Business, Economy krieg ich grad noch so hin - , so es mich denn in die Ferne zieht, was es nächste Woche tut.
Jefe verspürt geradezu unbändige Sehnsucht und möchte einige seiner wertvollsten Gedankengänge mit mir persönlich erörtern. Dem will ich wohl nachkommen, bedeutet es in der Regel doch, dass sich mein Salär nicht unerheblich erhöht und wenn sich jemand quasi so aufdrängt...wie soll ich dem widerstehen?
Wird eh mal wieder Zeit, die Inflation, ihr versteht? Gut.
Valencia steht an. Die haben ein prima Guggenheim-Museum, ´ne scheiss Fussballmannschaft und Raúl und Melody, die haschischgewordene Völkerfreundschaft zwischen Spanien und Frankreich.
Das heisst, ich flieg da runter, heuchel kurz Interesse für Jefe´s Belange und mach mich sodann  auf die Strümpfe, um der Verständigung der Nationen ein weiteres, nämlich deutsches Element hinzuzufügen, was jegliche Feierlichkeit begründet und somit ´ne erstklassige Ausrede für folgende Exzesse sein wird.
Raúl ist mittlerweile mehr oder weniger stolzer Besitzer eines Ateliers, wo er bunte Bildchen dauerhaft auf T-Shirts projeziert. Ist man wohlgesonnen, kann man ihn demnach als Künstler bezeichnen, während Melody neben erstklassigem Aussehen auch einen gewissen Geschäftssinn mitbringt, was die beiden regelmässig vor dem sicheren Hungertod rettet.
Es leben die schönen Künste, Ryan Air und natürlich Jefe.
Hoffentlich leb ich danach auch noch.

Mittwoch, 30. Januar 2013

Push-Up oder hau ab

http://demiansunheilewelt.blogspot.co.at/2009/09/brennend-heisser-wustensand.html

Da findet man oder auch frau, je nach Tagesform und aktuellem Hormonstand, meine Haltung zu tatsächlichem Sexismus beziehungsweise sexuell motivierten Übergriffen.

Ich hoffe, damit denen gedient zu haben, die mir eine frauenfeindliche Haltung attestieren wollten und ferner fanden, ich hätte mich mit dem Beitrag "Endlich frei" über Opfer lustig machen oder sie gar ins Lächerliche ziehen wollen.
Nicht ich habe das getan, sondern diejenigen auf Twitter oder in ihren Blogs, die scheinbar völlig traumatisiert über alberne Begebenheiten  berichten, die mit tatsächlichem Sexismus so rein gar nichts zu tun haben und Männer, die sich von ihren Kommentatorinnen den Heiligenschein polieren lassen wollten
Menschen, die als Berufsbezeichnung Soziologin angeben und von institutionalisierter sexueller Gewalt gegen Frauen phrasieren, haben den Bezug zur Realität verloren oder noch nie gehabt.
Sexuelle Übergriffe, die sich aus einem Machtgefüge oder auch nur körperlicher Überlegenheit einer der beiden Beteiligten ergeben, lassen auf  dessen charakterliche Schwäche schliessen, eventuell sogar eine krankhafte Veranlagung oder Erziehung, die ihn dahin gebracht hat (oder sie), aber institutionalisiert?
Habt ihr die letzten 30, 40 Jahre verpennt, oder was?
Im Gegensatz zu denen bin ich für Gleichberechtigung, da ich, wenn ich nicht gerade scharf auf sie bin, die Menschen nicht nach Geschlecht oder Herkunft beurteile. Da habe ich sehr viel objektivere (und auch subtilere) Möglichkeiten.

Abschliessend  möchte ich nicht versäumen, euch Frauen zu erläutern, wieso wir Männer so gerne auf weibliche Brüste gucken. Ihr glaubt, das sei sexuell motiviert? Schmarrn!
Es erinnert uns an Flüssignahrung und vollgekackte Windeln, etwas, das für viele von uns schon bald wieder Realität sein wird.
In diesem Sinne:

Guten Abend!

(Eigentlich traurig, dass ich das jemandem erklären muss, der mich 12 Jahre lang kennt!)

Montag, 28. Januar 2013

Die Verweicheierisierung der Gesellschaft

...muss als Titel und auch Thema des nächsten Posts herhalten, der aber leider erst Dienstag/Mittwoch erscheinen wird. Diese leichte Verzögerung ist dem Umstand geschuldet, dass ich diverse Mails bezüglich der vorangegangenen zwei Beiträge beantworten musste und nun nur noch auf die Sänfte warte, die mich gen Bahnhof tragen wird, von wo aus der kleine blaue Mann in die grosse Stadt an der noch viel blaueren Donau fahren wird.
Unter dem Motto "Keine Macht den nur mässig wirkenden Drogen" werde ich mich dort der allwöchentlichen vergnüglichen Abendgestaltung hin- und meinen Senf zu allem Möglichen abgeben.
Also quasi wie hier und immer, nur alles viel bigger halt.
Oh, ich höre die Ketten der Träger rasseln - servus, habe die Ehre und küss die Hand, Madam.

Sonntag, 27. Januar 2013

Endlich frei

Lange habe ich geschwiegen. Viel zu lange. Jetzt endlich kann auch ich, gestärkt durch die Aufmunterung, die man allerorts erfährt, reden. Es muss einfach mal raus, damit es seine quälende, traumatische Dimension verliert.
Auch ich wurde schon Opfer von Sexistinnen und wie ich mir hier so die Tränen trockne, um die Wiedergabe nicht zu verwässern, da kommt mir das Jahr 83 wieder in den Sinn. Ich arbeitete als Surflehrer in Australien und wollte -ehrlich, ganz, ganz ehrlich- ausschliesslich Wellen reiten, aber die zumeist weibliche Schülerschar liess mir einfach keine  Ruhe, nichtmal abends, wo ich doch eigentlich nur im Sonnenuntergang sitzen und Rilke lesen wollte. Immer und immer wieder  kamen sie und flirteten gar heftigst mit mir, eine hat mich sogar mal unsittlich an der kräftigen Schulter berührt.

Naja, Down Under, dachte ich halt und verliess diesen unzivilisierten Ort recht bald Richtung norddeutscher Großstadt, wo ich fortan erneut Lebensunterhalt und nebenher auch Boxkämpfe bestritt.

"Mach ihn tot, du geiles Miststück!" gehörte dabei zu den noch eher als harmlos zu bezeichnenden Aufforderungen aus den östrogen überfrachteten Sitzreihen. Kusshändchen und  Gebrauchtslips flogen mir zu.

Einmal gar, ich musste zwischenzeitlich wohl so um die 30 und damit in voller Blüte gewesen sein, gingen wir, meine Rigger-Kollegen und ich, ob der herrschenden Hitze nur notdürftig angezogen, in der Arbeitspause durch die Innenstadt. Und da waren sie - wie Zoobesucher die Tiere begafften sie uns ungeniert und deuteten mit der Zunge in der Wangenhöhle Sexualpraktiken an, die unsereins nur von den TV-Sendern kannten, die man im Hotel extra bezahlen muss. 3 nicht mehr ganz junge, wenngleich noch nicht ganz abgelaufene Grazien im offenen Cabrio.

Soweit nur ein paar Beispiele, wobei sich ja die Frage stellt, was Sexismus denn eigentlich überhaupt ist.
Steigert man den weiblichen Sexismus, wenn man mit dem Porsche-Schlüssel lässig wedelt?
Ist es nicht auch schon Sexismus, wenn Frauen, die bestenfalls halb so alt sind wie ich, in mir nicht den zärtlichen, treusorgenden, zuverlässigen Partner sehen, sondern einen wandelnden Rentenfonds?

Ich kann es euch nicht sagen, bin aber unendlich froh, dies so Belastende niedergeschrieben zu haben.
Zur Freiheit, zur Sonne, Schwestern!

Samstag, 26. Januar 2013

#Aufschrei

Endlich kann sich jeder, dem bisher noch nicht genügend Aufmerksamkeit zuteil wurde, via Twitter oder artverwandten asozialen Medien, den erforderlichen Schub an Nachholbedarf holen. Ist ganz einfach:
Schreib einfach irgendwelchen Blödsinn unter oben genanntem Hashtag und schon prügeln sie wahlweise auf dich ein oder laichen Betroffenheitsgesülze ab.
Es ist immer wieder schön zu merken, dass Leute, die sich für wahnsinnig schlau halten, offenbar von zwei, gleich auch noch elementaren Dingen so rein überhaupt keine Ahnung haben und das  publicitygeil in die virtuelle Welt hinauströten.
Von Macht und Sexualität ist die Rede, was sich eigentlich von selbst versteht, aber gerne nochmal explizit ausgeführt wird. Für diejenigen unter den Buchstabenakrobaten, denen Begriffe wie Psycho- und Soziologie  erschreckend fremd zu sein scheinen, was sie allerdings nicht davon abhält, darüber zu schreiben. Manchmal sogar für Bares. Die nennen sich dann Feminist (Achtung!) Innen oder irgendwas mit Kommunikation, PR, Social Media, Student, Topflappenhäkler oderoderoder.
Ab 1000 Followern wird dem Lesevolk hingeschleimt, was es denn gerne hören möchte, ab 5000 ist selbst das nicht mehr nötig, weil man sich in der Elite der Twitterasten wähnt und entweder die Schnauze bzw. die Finger still hält oder aber locker auf die 40 oder 50 Angewiderten verzichten kann.
Damit bekommt Diskurs eine neue Qualität, nämlich eine unterirdische.
Während zutiefst traumatisierte 48-jährige Frauen erschüttert schildern, wie ihnen drei 17-jährige, alkoholisierte Jugendliche aus der abfahrenden U-Bahn heraus obszöne Gesten zuteil werden liessen -und das vor 20 Jahren, man stelle sich vor-, berichten 20-jährige über 48-jährige Chefs und Kollegen, die anzügliche Witzchen machen.
Dazwischen mischen sich Stimmen von tatsächlichen Opfern sexueller Übergriffe, wobei mit Sicherheit nicht die gemeint sein soll, die da nun seit 4 Stunden ununterbrochen  von ihren angeblichen Erlebnissen schwafelt.
Demgegenüber stehen Möchtegern-Machos und die Unvermeidlichen, denen Mama erzählt haben muss, dass alle Frauen Schlampen seien. Ausser Mama natürlich.
Jut, aber was empfehlen wir denn nun den versammelten Hobbyaphoristikern?
Lernt! Lest! Schaut euch um im Leben!
Vielleicht rallt ihr dann irgendwann mal, wie Macht und Sexualität zusammen gehören.
Und wieso das nur bedingt ein gesellschaftliches, sondern vielmehr ein individuelles Problem ist.
Jedenfalls in unseren Breiten.