Sonntag, 10. März 2013

Ich kann so nicht arbeiten

Und weil das so ist, eumel ich gleich mit der Bimmelbahn Richtung Wien, wo ein einsamer Hoteldirektor sehnsüchtigst auf das von mir kürzlich verfasste und ihm vorher nicht zugeschickte Strategiepapier wartet, auf dass er stilecht in Ohnmacht fallen kann, was ihm aber auch nichts nützen wird, da ich ja, spätestens seitdem ich mich mit Frauen umgebe, immer ein Päckchen Riechsalz mit mir führe.
Abends, so der ausgeklügelte Plan, gehen wir dezent einen picheln und verunstalten Ottakring mit unserer blossen Anwesenheit. Das wird ihm leichter fallen als mir. Heimvorteil.
Entgegen sonstiger Gewohnheit verweile ich 2 Tage und Nächte dort, denn ein wenig Erholung muss  auch mal sein, weil es ja nächstes Wochenende nach Madrid geht, wo die Führungsriege unserer spanischen Besitz- und Stallungen sich einfinden darf, um sich 3 Tage  lang meine Vorstellungen von vernünftigem Business anhören zu dürfen.
Es wird Tränen geben.
Wenn die getrocknet sind - wir sprechen von deren, nicht von meinen, geht´s auch schon wieder zurück nach Tirol, wo der Endspurt wartet. Ist der vollbracht, lass ich mir vom örtlichen Altmetallhändler die Stahlplatten und Schrauben aus dem Genick entfernen. Schade eigentlich, das summt immer so schön, wenn man die Detektoren am Flughafen durchläuft. Ich murmel dann auch immer "allahu akbar".
Sicherheitsleute sind wahrscheinlich irgendwie von Haus aus humorlos unterwegs.
Was soll´s.
So in etwa sieht mein Zeitplan aus, bevor etwa Mitte April in Barcelona aufgeschlagen wird, wo nicht nur ein schickes Büro, sondern auch hoffentlich ebensolches Wetter mich erwartet, denn der von Luisa grad in liebevoller Handarbeit geschrubbte Kite wartet auf seinen Einsatz.
Arbeit gibt´s da wohl auch ´ne Menge...aber erstmal die wichtigen Sachen. Vielleicht nagel ich auch zunächst mal ein paar Passanten mit meinen sträflich vernachlässigten Skates um, da bin ich mir noch unschlüssig.
4 Wochen bis Deadline...und dann heisst´s wieder: Sepplhose aus und Beachshorts an.
Irgendwie bin ich schon ein Glückskind, oder? Mal von so leichten Ausrutschern abgesehn.

Montag, 4. März 2013

Strategiewechsel


by cartoostock.com

Bei mir selbst übrigens auch, daher geniesse ich grad ein herrliches Eimerchen frisch Gebrühten und da der nötige Kreativschub etwas verzögert einzusetzen droht, fülle ich die Zeilen mal mit etwas Sinnvollem:

Gesucht wird jemand, der sich in der Lage und willens fühlt, relativ simpel gehaltene, wenngleich charakteristische Handpuppen von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo zu einem vernünftigen Preis anzufertigen.

Vorgaben:
Ronaldo´s Haare sollten extrem gelig-schmierig wirken und er
 sollte kein Trikot tragen, sondern sein Sixpack zeigen, darüber oder -runter ein Tattoo
"CR7"
Messi hat die Nr.10 und das blau-rot längsgstreifte Barca-Trikot
Messi muss merkbar kleiner sein

Falls man sich einigen kann, gibt´s a bisserl a Puder dafür und es drohen Folgeaufträge.
Los geht´s.
Wer keinen Bock, kein Talent oder keine Zeit/Lust hat, darf das ruhig gerne weiterverbreiten, wird halt ´ne Andere die neue Muppets-Mami.
Erste Entwürfe, Schnittmuster und fertige Elaborate werden bis Dienstag hier erwartet.
Unter den ersten 5 Millionen Einsendern verlost die Auftraggeberin ausserdem eine praktische Katzenkloharke.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Tirolia non olet

Kürzlich -gestern, um genau zu sein- wurde mir quasi schlagartig bewusst, wie sehr sich meine Essgewohnheiten zukünftig ändern werden, ernährt sich der Homo Mediteraneus doch arg hülsenfrüchtelastig, was nicht nur für ein besonderes Aroma in der Barceloneser Metro sorgt, sondern auch gewisse Risiken für die Gesundheit birgt. So erwarte ich schon sehr bald einen Schliessmuskelfaserriss.
Das und so einiges mehr soll euch aber nicht belasten; ich wollte nur mal kurz, da ich ja latent wie akut unter Zeitmangel leide, anzeigen, noch lebendig zu sein.
Die Uhr, sie tickt und mit jedem abgerissenenen Kalenderblatt nähert sich der Augenblick des Abschieds. Schon wurden ein paar Tränchen gesehen bei der weiblichen Belegschaft. Auch bei der nichtzwiebelschneidenden, die mit wehmütigem Blick meinen bevorstehenden Abgang beäugt.
Durch den Einsatz verdeckter Ermittler wurde derweil schon herausgefunden, dass die Eingeborenen ein Abschiedsfest planen, wo rituelle Tänze und Geisterbeschwörungen aufgeführt werden sollen.
Das wird sehr hart für einen so romantisch veranlagten Menschen, wie ich es ja bin, werden.

Indes haben wir die letztens eingeführten Moorpackungen wieder eingestellt, da die Mitarbeiterinnen zu sehr an suhlende Wildschweine erinnert wurden und unter der mentalen Belastung fast zu zerbrechen drohten, einigen Schweizern aus eher abgelegenen Gegenden musste erklärt werden, dass die Heizspriralen für die Skischuhe nicht zum Würstchengrillen zweckentfremdet werden und die adipösen Amerikaner gefälligst keine Lawinen auslösen sollten.
Alles beim Alten, mehr oder weniger.
Meterhoher Schnee ächzt unter doppelzentnerschweren Menschen und die Kois im Gartenteich des Nachbarn vertragen den Tauchsieder nicht.
Gelegentlich strömt ein satter Speckgeruch aus dem örtlichen Heizkraftwerk und alle wissen:
Der Frühling ist nicht mehr fern.

Montag, 25. Februar 2013

Hire and seier

Bei einem Blick auf den Kalender habe ich gerade spontan beschlossen, in einem halben Jahr fünfzig zu werden, "best ager" also, was ja , ich weiss gar nicht, ob ihr´s wusstet, aus der Sprache der Lakota-Indianer kommt und eigentlich soviel wie "der sich die Nasenhaare mit der Heckenschere trimmen muss" bedeutet.
Neunundvierzigeinhalb schreit geradezu nach einer fetten Party und da trifft es sich doch vorzüglich, dass ich mich gleich auf den verschneiten Weg Richtung österreichischer Bundeshauptstadt machen werde, auf dass wir ein Eierlikörchen oder zwei zu uns nehmen werden.
Vorher jedoch wartet, man suche und finde den Haken an der Geschichte, ein der vorsätzlichen Untätigkeit Überführter auf einen veritablen Einlauf, der ihm die Flausen final austreiben soll.
Das Dumme in und an mehr oder weniger modernen Demokratien sind ja so überaus unsinnige Gesetze wie etwa jenes, welches den Arbeitnehmer vor körperlicher Züchtigung schützt, selbst wenn es keinen vernünftigen Grund gibt, diese nicht anzuwenden.
Mit ´ner Abmahnung tapeziert der sich doch das Klo, ´ne Abreibung von mir würde er hingegen nicht so schnell vergessen und mit Sicherheit wäre die Wirkung nachhaltiger.
Fordert doch ein jeder - Nachhaltigkeit. Alles Lippenbekenntnisse. Lappen, die.
Wäre auch ein gutes Training für mich, denn so wie ich das sehe, also einäugig, blüht meinen intereuropäischen Kollegen demnächst so einiges, wobei ich erstrangig an Einzelgespräche denke, die besser in schallisolierten Räumen stattfinden sollten, um einer Anzeige wegen Ruhestörung und Lärmbelästigung zu entgehen.
Je mehr ich mich in die zukünftige Materie einarbeite, desto sträuber die Haare, die gerauften.
Vor meinem geistigen Auge sehe ich mit Baguettes erschlagene Franzosen, mit Spaghetti strangulierte Italiener, mit miesen Muscheln vergiftete Spanier und noch so einige andere Vertreter seltsamer Nationen, für die mir noch keine passenden Strafen eingefallen sind.
Ist ja noch ein bisschen hin. Zeit, dass die sich ein dickes Fell wachsen lassen und ich meine Dosis Valium den tatsächlichen Erfordernissen angleichen kann.

Wenn der Berlusconi in Italien gewinnt, mach ich die dortigen Geschäfte eh zu und schenk sie einem demokratischeren Land wie etwa dem Kongo.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Mettman resigns

Selbst mein Status als Superheld kann momentan nicht darüber hinweg täuschen, dass ich mir ernsthafte Sorgen um euch mache. Mittwochs ist nämlich der Besuch hier -speziell der aus deutschen Landen- sehr, sehr, nun, nennen wir es einmal schwach ausgeprägt.
Kurz mal gegoogelt, bestätigte sich meine erste Befürchtung gottseidank nicht - die Treffen der AA finden gewöhnlich freitags statt, wahrscheinlich wegen der Happy-Hour vorm Wochenende.
Bei Verheirateten und sonstigen Unglücksraben liegt ja die Vermutung nahe, sie könnten so als kleinen Wochenteiler auch mal ausgiebigen Beischlaf haben - eine Hypothese, die näherer Betrachtung auch nicht standhält, weil...weil...naja, zu unwahrscheinlich halt. Immerhin sind die meisten hier schon über 22.

Womit wir beim Alter und somit einer weiteren leichten Verstimmung meinerseits wären:
Ein Pferd, so es denn nicht vorher in der Lasagne landet, wird knapp 30 Jährchen alt und bevor es den letzten Hufschlag ertönen lässt, von unglaublich netten Menschen, die sich dafür überall feiern lassen dürfen, in Obhut genommen und das sogenannte Gnadenbrot wird gewährt.
Mache ich das selbe mit etwa gleichaltrigen Frauen, setzt es von allen Seiten Haue.
Wo, bitteschön, ist denn da die Gerechtigkeit?
Mir verhagelt´s die Reputation und die kriegen den Nobelpreis für Vegetarismus.
Was für eine Welt, in der wir leben...hiermit hänge ich Umhang, Trikot und Elastikslip an den Hufnagel und schule um auf Rossmetzger.