Was, Daria brachte den Gedanken auf, bringt denn wohl den Menschen dazu, zu glauben? Oder eben auch nicht. Ist ein Gläubiger dumm, weil er wissenschaftliche Erkenntnisse zu Evolution oder Naturphänomenen nicht anerkennt oder vielleicht sogar ignoriert? Braucht der Mensch sogar das Konzept einer übergeordneten Macht, einer Sinn stiftenden und erhaltenden Moral? Oder sucht er nur nach nach dem Strohhalm, an dem er sich festhalten kann, um über die Ungewissheit des Endlichen hinweg zu kommen?
Unterschiedlichen Quellen zufolge gehören ca. 5 Milliarden Menschen einer der 5 Weltreligionen an. Wieviele davon tatsächlich ihren Glauben praktizieren oder eben nur angehörig, weil beispielsweise getauft sind, wieviele davon Kinder sind, deren religiöse Prägung mangels Bewusstsein nicht feststellbar ist, sollte aussen vor gelassen werden.
Geht man, vorsichtig geschätzt, davon aus, dass rund die Hälfte der Menschheit irgendeinem Glaubenskonstrukt, einer Sekte oder Religion zugetan ist, drängt sich die Frage auf, wo die Ursache dafür zu suchen ist.
Ist es in uns drin? Suchen wir nach dauerhaften Erklärungen für die Welt, wie sie ist? Oder doch nur nach Ausreden, um unsere eigene Unzulänglichkeit, Inkonsequenz und mangelnde Ethik abzudecken?
Ist der Mensch eigentlich von Haus aus gut und wird erst im Laufe seines Lebens verdorben oder -im Gegenteil- kommt er eher schlecht auf die Welt und muss zum Guten geformt werden? Taugt Glaube und Religion dafür?
Je mehr man glaubt, Antworten gefunden zu haben, desto mehr Fragen stellen sich.
Zentrale Punkte in jeglicher Glaubensrichtung sind der Tod und die Sexualität, beides Elemente, die von Neugeborenen weder erfasst, noch bewertet werden können, woraus ich folgere, dass, nennen wir es mal Spiritualität, nicht angeboren ist, sondern sich erst entwickeln kann, wenn sich zwar Fragestellungen auftun, aber keine schlüssigen Lösungen dafür reflektiert werden können. "Das macht der liebe Gott" dient sowohl als Antwort, wenn kognitive Fähigkeiten auf der Kinderseite noch nicht, oder aber auf der Erwachsenenseite schlichtweg nicht vorhanden sind.
Fragt dich ein 18monatiges Kleinkind, wie die Sterne an den Himmel kommen oder was mit dem gestorbenen Kanarienvogel passiert, wirst du sehr schnell dankbar für zwar relativ aberwitzige, wenngleich einfache Erklärungen...weil du selber keine hast oder zumindest die astronomische für den ersten Fall das Kind etwas überfordern könnte. Irgendwann ist es aber alt und fähig genug, sich Gedanken über jenen "lieben Gott" zu machen. Der Beginn der Sinnsuche.
Und da jetzt schon Sonntag ist, solltet ihr das auch tun, bevor es hier weitergeht, was ziemlich genau in 24 Stunden der Fall sein wird.
Kriegt ihr hin, oder?
ja nee, so kann man das nicht stehen lassen. ^^
AntwortenLöschenGlaube bedeutet nicht gleich Religion. Religionen sind ein Versuch, dem Glauben Regeln und Grundsätze zu geben (seien sie sinnvoll oder auch nicht). Es gibt aber viele Menschen, die nicht an Kirchen oder Kulte, aber an etwas Größeres als sie selbst glauben. Deswegen ist die Frage, ob Glaube (nicht Religion) irgendwie genetisch oder in den höheren(?) Denkfunktionen verankert ist, berechtigt.
Und siehste, schon sind wir beim wischiwaschiphilosophiren, was ich ja soooo sehr mag. :/
Kann man wohl so stehen lassen, weil nämlich erstens im betreffenden Absatz nix über Religion, sondrn Glaubensrichtungen steht und ausserdem bin ich, wie unten angedroht, noch lange nicht fertig.
LöschenEs widerspräche im Übrigen allem bisher in der Psychologie Erforschten, wenn Tod und Sexualität, unabhängig von einer bestimmten Religion, nicht Grundmotive unseres Daseins und Denkens wären.
Ängste bestimmen ziemlich schnell unsere Biografien.
AntwortenLöschenSobald wir denken und Zusammenhänge herstellen können, bekommen wir Angst. Zum Beispiel vor dem Tod. Unsere Endlichkeit wird uns irgendwann bewußt.
Ich denke, dass der Glaube hilft, sich dem zu entziehen.
Also bietet unser Gehirn uns an, sich etwas auszudenken, dass uns die Ängste erträglicher erscheinen läßt.
Ich gehe stur davon aus, dass der neugeborene Mensch ein guter Mensch ist. Unbespielte Festplatte. Alles ist möglich.
Ich tendiere eher zum Gegenteil, wobei da natürlich auch genetische Vorgaben mit reinspielen. Da das Neugeborene nicht unterscheiden kann, was gut oder schlecht ist, folgt es erstmal Instinkten...und die sind eher egoistischer Natur und somit tendenziell (in der sozialen Gruppe) eher "schlecht".
LöschenHüttenkäse kommt noch, is noch lange nich vorbei.
Bei solchen Themen fühlt sich der schlafende Hund in mir geweckt. ;)
Wo ist eigentlich der Hüttenkäse?
AntwortenLöschenDa palaverst Du hier des nächtens über Glauben und Nichtglauben, und just heute musste ich, zur Bewältigung meines weekly-Essay-of-d00m, die Bibel zu Hilfe holen. Oh Himmel, hülf! Und das mir...
AntwortenLöschenIch bin ja, nach wie vor der Meinung, dass der Glaube an eine oder mehrere höhere Mächte der Menschen (vermeintlich) rettender Ast ist, an den sie sich klammern, wenn sie mit ihrer eigenen kleinen Sterblichkeit und Nichtbedeutsamkeit (für die Erde) und zudem ihrer selbst heute noch vorhandenen Machtlosigkeit gegenüber natürlichen wie auch selbst initiierten Phänomenen, sowie generellen Problemen des Lebens, nicht klar kommen und Antworten und/oder Rückhalt suchen.
Aber ich gönn jedem seinen Glauben, nicht, dass das wer falsch versteht. Vielleicht beneide ich die Glaubenden manchmal sogar (ich mein, hey, immer so 'nen großen Bruder in petto zu haben hat doch was 8)).
Mir gefällt nur nicht, was manch einer draus macht, und dass es doch recht schnell in Streit ausartet darüber, wessen Gott nun der einzig Wahre ist.
Und ich selbst hab's mittem Glauben so gar nicht. Aber das mag durchaus auch abtrainiert worden sein durch gewisse - ich erwähnte hie und da mal - schulische Bedingungen, denen ich zeitweise unterworfen war (wobei, das am Rande, ich durchaus auch trenne zwischen Glaube und Religion bzw. Glaube und Kirche).
"Ich bin ja, nach wie vor der Meinung, dass der Glaube an eine oder mehrere höhere Mächte der Menschen (vermeintlich) rettender Ast ist, an den sie sich klammern,..."
LöschenDas setzt aber erstmal ein Bewusstsein voraus. Ich wollte mich erstmal gaaaanz langsam, um niemanden aufzuwecken, an die Frage herantasten, ob´s in uns drin ist oder erworben, erlernt, durh Gruppenzwang erzielt etc..
Ich glaube überhaupt gar nicht und lasse auch nicht jedem seinen Glauben, explizit dann nicht, wenn er glaubt, daraus Vorschriften für andere ableiten zu können/dürfen oder Mord rechtfertigt.
Hm, vielleicht hätte ich mich chronologisch von hinten nach vorne durchlesen sollen. :) Ich denke nicht, dass das Ganze angeboren ist. Es gibt da ganz spannende Untersuchungen zu angeborenen Ängsten bei Babys. Die visuelle Klippe zum Beispiel. Eine Platte aus Sicherheitsglas über einem kleinen Abgrund - Babys schrecken tatsächlich instinktiv davor zurück, diesen Abgrund zu überqueren. Wobei das mit Krabbelkindern gemacht wird... ich glaube, da kann man noch nicht sagen, inwiefern sich die bis dahin gemachten Erfahrungen niederschlagen. Spannend ist aber auch, dass sie trotzdem krabbeln, wenn die Mama am anderen Ende steht und sie ermuntert. Da ist quasi das Vertrauen zur Mutter größer als die Urangst. Aber das sind ja quasi zum Überleben wichtige Instinkte und Reflexe. Ich denke nicht, dass der Glaube da auch verankert ist. Welchen Zweck erfüllt er, wenn es quasi ums reine Überleben geht?
AntwortenLöschenIch denke, dass Glaube zu komplex ist, um ihn von Beginn an in uns zu tragen. Meiner Meinung nach ist er ein ganz klares Lernkonstrukt. Wenn meine Mama mich jeden Sonntag von der Kindheit an in die Kirche geschleppt hätte, stünde ich jetzt vielleicht auch anders dazu.
Ich hab jetzt glaube fünfmal nen Kommi angefangen und wieder gelöscht, evtl lass ichs einfach. xD
AntwortenLöschenDrüber diskutieren (dieses Thema spezifisch) mag ich eh nicht so recht, dazu ists mir im wahrsten Sinne des Wortes zu heilig.
Meine Theorien, mein "Wissen" und meine Überzeugungen sind wohl eine Mischung aus einem Lernkonstrukt (wobei mir das niemand beibegracht hat, sondern ich selbst eigentlich immer schon der Autiodidakt war) und Dingen, die irgendwo in mir drin sind, woher auch immer sie kommen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich damit keine Ängst kompensiere. ;)
Für mich machen mit der Erkenntnis einiger grundlegender Dinge nur so viele verschiedene Dinge Sinn, dass es für mich (subjektiv!) nahezu idiotisch wäre, meinen Standpunkt aufzugeben.
Immerhin werd ich einfach ständig wieder darin bestätigt.
@Mika: Wenn diese Erkenntnis dich weiterbringt, dir ein Stück inneren Frieden verschafft oder wie du es für dich am besten ausdrücken magst - dann ist das ganz bestimmt etwas Gutes. Dann würd' ich den Standpunkt mit Sicherheit auch nicht aufgeben.
AntwortenLöschenDu versuchst ja nicht, deine Ansichten mit missionarischem Eifer an den Mann zu bringen, behauptest nicht, deine Sichtweise sei die einzig richtige, und verübst nicht im Namen deines Glaubens Gewalttaten.
Nö, glaub nich. Ich bin recht friedlich, sag nur ab und zu "Schalom" und heile Pest durch Handauflegen. *g*
LöschenNe im Ernst... ich trag meine Tattoos, meinen Namen und meine Überzeugung nicht aus Spaß, sondern aus innerer Überzeugung. Ob mich jemand für bekloppt hält, ist mir in der Hinsicht wirklich relativ egal, das tun eh die meisten und zum Glück mögen sie mich trotzdem. xD
Ich tu niemandem weh (meistens zumindest oder ich werd dafür bezahlt (?)) mit dem was und wie ich bin - und eigentlich ist das für mich ne rein... private Geschichte, die nur mein sehr nahes Umfeld wirklich kennt - und da weiß ich das auch alles sehr sicher und in guten Händen.
Richtig und Falsch gibts wohl wirklich nicht, also nur für einen persönlich.
Mir gibt es das Gefühl von Heim(at und -weh) und etwas, was zu mir gehört und irgendwo um mich herum ist. Das zu leugnen wäre... sehr, sehr unsinnig für mich. Ich verstehe allerdings auch, dass diese Regel keine Allgemeingültigkeit hat und das akzeptier ich durchaus. Auch wenn ichs sehr schade finde. Für den Rest. *g* ;)
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AntwortenLöschenWir sind die Basis einer Pyramide!
AntwortenLöschenWir sorgen als Produzenten, Konsumenten, als Kunden und Patienten, als Klienten und als potentielle Delinquenten, für den sich beschleunigenden Strom der Waren, Finanzen und Daten, im Stoffwechsel eines 'pyramidalen' Organismus. Nachdem wir das Ertragsnutzenkalkül eines besinnungslosen Fortschritts im Wachstum verinnerlicht haben, empfinden wir den Raub der Selbstbestimmung und Identität nicht mehr als Verlust. Auf die atomare Einheit der Existenz reduziert, reihen wir uns ein, in die weltweiten Ströme der dynamischen Massen. Dabei steht die Isolation im Nahfeld der Beziehungen, in einem krassen Gegensatz zur Identifikation mit einem globalen Bewußtsein. Über die Instrumentalisierung religiöser Bedürfnisse, werden die Menschen zur Opferung der eigenen Identität gerufen, und zum Dienst für einen allumfassenden Welt-Ethos vorbereitet
Wer sich nicht von Verschwörungstheorien verwirren lassen will, dem hebt sich mit „Das pyramidale Prinzip 2.0“ von Franz Sternbald der Schleier, und gewährt dem Leser einen unverstellten Blick auf das Wesen des Willens zur Macht! Gleichzeitig ist es ein leidenschaftliches Plädoyer für einen aufgeklärten Glauben, der sich, nach Kierkegaard, auch dem fundamentalen Zweifel stellen muß, sowie die Rettung der Würde des Individuums, gegen die kollektive Vereinnahmung, und seiner Zurichtung für die Zwecke eines globalen Marktes. Hier wird der Versuch unternommen, das Bewußtsein von einem Erlösungsbedürfnis aus der ‚Selbstentzweiung’ des Willens in der Natur zu erklären, und die Selbstentfremdung des Menschen aus seiner ‚Seinsvergessenheit’. Dem überzeugten Christen verschafft die Beschäftigung mit der Analyse des Willens zur Macht von Schopenhauer, über Nietzsche bis Heidegger, ein freieres Auge. Deren Aktualität steht nicht im Widerspruch zu einer christlichen Deutung der Weltgeschichte, sondern liefert vielmehr deren Bestätigung. L.G. Sternbald